Pflegekonzept

Die Diakonie

Diakonie bedeutet die Verbindung von christlicher Grundhaltung und sozialem Handeln. Diese Verbindung findet ihren Ausdruck im gelebten Dienst am Menschen. Das christliche Menschenbild sieht den Wert des Lebens darin, dass es ein von Gott gegebenes und geliebtes Leben ist. Es ist ohne Belang, woher ein Mensch kommt, wer er ist und was er kann.

Das Zeichen der Diakonie ist das Kronenkreuz. Das Kreuz ist das Zeichen der Christen, die Krone symbolisiert die Herrschaft Jesu Christi, der durch seine Auferstehung dem Tode die Macht genommen hat und ewiges Leben verheißt.

Das Diaknische Werk der evang.-luth. Kirche in Bayern zählt zu den beiden größten Verbänden der Wohlfahrtspflege im Freistaat. Neben 27.000 hauptamtlichen Mitarbeitern engagieren sich in Bayern auch 40.000 ehrenamtliche Tätige zum Wohle ihrer Mitmenschen.

Zielsetzung

Das Ziel des Diakonievereins St. Peter e. V. ist es, aufgrund eines christlichen diakonischen Auftrages, den kranken bedürftigen Menschen in seiner häuslichen Umgebung als Mittelpunkt unseres Denkens und Handelns zu sehen. Wir wollen ihn nach seinen Bedürfnissen und Möglichkeiten individuell pflegen, betreuen und begleiten. Wir leisten Hilfe zur Rehabilitation, unabhängig von Nationalität, Konfession oder Mitgliedschaft zum Diakonieverein St. Peter e. V.. Durch qualifizierte Versorgung können die Patienten so lange wie möglich zu Hause in ihrer vertrauten Umgebung bleiben.

Eine gute Kooperation mit den Hausärzten und allen Personen, die den Patienten mit betreuen, ist Voraussetzung.

Unsere Handlungsgrundsätze

  • Wir achten die Würde des Menschen
  • Im Mittelpunkt unseres Handels und Denkens stehen immer unsere Patienten
  • Die Betreuung unserer Patienten erfolgt im Sinne des ganzheitlichen Menschenbildes unter Berücksichtigung der Einheit von Körper, Geist und Seele
  • Das Miteinander im Team sowie mit den Menschen, die sich uns anvertrauen, ist von gegenseitiger Achtung geprägt
  • Wir sorgen für das Wohlergehen unserer MitarbeiterInnen. („Nur, wenn es uns selbst gut geht, können wir auch für andere sorgen.“)
  • Wirtschaftliche Betriebsführung sichert die Existenz der Diakoniestation
  • Wir gehen mit unserer Umwelt verantwortungsbewusst um. Wir sichern damit die Zukunft nachfolgender Generationen

Pflegemodell

Wir planen die Pflege zusammen mit dem Pflegebedürftigen. Bei Bedarf beziehen wir Angehörige, die Ärzte und Betreuer in die Planung mit ein. Grundlage der Planung ist das bedürfnisorientierte Pflegemodell, das anknüpft an die Aktivitäten und existenziellen Erfahrungen des Lebens (Nach Monika Krohwinkel). Besondere Bedeutung hat für die ganzheitliche aktivierende Pflege die Aufrechterhaltung und Wiedergewinnung von Kompetenzen sowie die Integration des Pflegebedürftigen in die Einrichtung und / oder die Familie. Dafür schaffen wir ein bedürfnis, bedarfs- und bewohnergerechtes Milieu. Dadurch wird der Betroffene aktiviert und zu größtmöglicher Selbständigkeit herangeführt. Die Pflegestandards des Diakonischen Werkes Bayern sind für uns verbindlich und werden, sofern notwendig, an die spezifische Situation des Pflegebedürftigen angepasst.

Unser Pflegekonzept

Kranksein endet nicht um 17.00 Uhr
Unsere Patienten werden sowohl tagsüber als auch abends, sowie an Wochenenden und Feiertagen betreut. Ein Notfalldienst bzw. die 24-Std.-Erreichbarkeit ist selbstverständlich gewährleistet. Wir betreuen auch die, die schwerstpflegebedürftig, alt und krank sind (Pflegestufe III und Härtefälle). Zu unseren Patienten gehören auch Schwerstkranke, bei denen mehrere Hausbesuche täglich nötig sind. Bei Bedarf kommen wir auch nachts.

Pflege beginnt bei der Erfüllung der Grundbedürfnisse
Bei der Pflege orientieren wir uns an den individuellen Bedürfnissen unserer Patienten (z.B. im Bereich der Körperpflege, Ernährung, Mobilität, Ausscheidung). Wir leiten den Patienten und seine Angehörigen an, geben Hilfestellung oder übernehmen die Pflege.

Behandlungspflege zur Erhaltung und Wiederherstellung
In intensiver Zusammenarbeit mit den behandelnden Ärzten geben wir nach deren Verordnung z.B. Injektionen, Infusions- oder Schmerztherapie, mobilisieren mit Geh- und Bewegungsübungen und unterstützen mit enteraler und parenteraler Ernährung. Wichtig ist uns, unseren Patienten so lange wie möglich ihre Unabhängigkeit zu bewahren. Dazu gehört auch die Anleitung von Patienten und Angehörigen, z.B. bei der Verabreichung von Injektionen und anderes mehr.

Entlastung im Haushalt
Wir entlasten unsere Patienten, wenn die alltäglichen Arbeiten im Haushalt nicht mehr selbstädig erledigt werden können. Ohne diese Hilfe kann es sonst zum Aufgeben der eigenen vier Wände kommen oder zur Verwahrlosung führen.

Familien brauchen unsere besondere Unterstützung
Krankheitsbedingter Ausfall der Mutter ist nur eine der Notfallsituationen innerhalb der Familie, die von uns überbrückt werden können.

Der Glaube ist eine Stütze in Zeiten großer Belastung
Die Grundlage unserer Pflege ist unser ganzheitliches, christliches Menschenbild. Für den Menschen in seiner Einheit aus Körper, Geist und Seele ist seelsorgerische Begleitung lebensnotwendig. Wir stehen unseren Patienten und ihren Angehörigen auf Wunsch zur Seite, im verständnisvollen Gespräch und im Gebet.

Und darüber hinaus
Wir vermitteln Besuche und feiern mit unseren Patienten Besuchsdienstkreis, Patientenfeste, Diakoniegottesdienste: Wir vermitteln Besuche, um der Vereinsamung der alten, oftmals alleinlebenden Menschen entgegenzuwirken. Die Patientenfeste finden im Rhythmus der Kirchenfeste und Jahreszeiten statt und sind wie die Diakoniegottesdienste sehr beliebte Möglichkeiten, sich wieder einmal zu treffen, gemeinsam zu feiern und sich ein wenig verwöhnen zu lassen.

Pflegende Angehörige brauchen persönliche Beratung und praktische Anleitung.Viele ältere und kranke Menschen werden von Familienmitgliedern gepflegt, oft über Monate und Jahre. Dies stellt eine enorme physische und psychische Belastung der pflegenden Angehörigen dar.

Wir vermitteln durch Beratung, Information, praktische Anleitung und Begleitung Sicherheit, und holen die pflegenden Angehörigen aus ihrer Isolation durch Seminare, Pflegebesuche und Gesprächsgruppen für pflegende Angehörige.

Schwerstkranke und Sterbende werden von uns gemeinsam mit ihren pflegenden Angehörigen unter ganzheitlichen Gesichtspunkten begleitet und betreut.

Von der Klinik wieder nach Haus im nahtlosen Übergang
Bereits in der Klinik besuchen wir teilweise unsere Patienten und beraten sie umfassend über die Möglichkeiten der häuslichen Pflege. Damit gewährleisten wir eine nahtlose Weiterführung der Therapie sowie die Versorgung der Patienten ab dem Zeitpunkt seiner Rückkehr nach Hause.

Zusammenarbeit mit anderen Diensten
Im Mittelpunkt unseres Denkens und Handels stehen unsere Patienten, deshalb arbeiten wir mit anderen Diensten zusammen, um stets eine ganzheitliche Pflege sicherstellen zu können. Wir kooperarieren mit:

* Hausärzten und Fachärzten
* Krankenhäusern, Altenheimen, Kurzzeitpflegen, Tagespflegen
* Therapeutischen Diensten: Krankengymnasten, Ergotherapeuten, Logopäden
* Krankenkassen, Sozialämtern
* Familienhilfen
* Essen auf Rädern
* Sanitätshäusern
* Notdiensten
* Vormundschaftsgericht
* Alten- und Krankenpflegeschulen
* Hospizeinrichtungen

Insbesondere der Informationsaustausch mit allen, die an der Behandlung unserer Patienten beteiligt sind, hat höchste Priorität für uns.