Stiftung St. Peter

Die Entstehung der Stiftung St. Peter in Nürnberg

Keine Stifterperson, die ihr Privatvermögen zur Verfügung stellt rief die Stiftung St. Peter Nürnberg ins Leben. Diese Institution entstand vielmehr durch die geschickte Nutzung und Mehrung bereits bestehenden, aber brach liegenden kirchlichen Vermögens. Fleißige Recherche, nicht nachlassende Hartnäckigkeit und die Möglichkeit zur Stiftungsgründung führten zum Bau einer Wohnanlage für Senioren. Damit gingen die Nürnberger Kirchengemeinde St. Peter und der gleichnamige Diakonieverein einen ungewöhnlichen Weg zur Finanzierung eines Bauprojektes. Zusammen gründeten sie im April 1998 eine Stiftung zum Bau und Unterhalt einer Wohnanlage für Senioren nach den Grundsätzen des „Betreuten Wohnens“: Auf dem 2.500 Quadratmeter großen Areal an der Hallerhüttenstraße entstanden 43 Sozialwohnungen – 12 davon behindertengerecht – und eine Diakoniestation. Die Wohnanlage, die im Herbst 1999 ihrer Bestimmung übergeben wurde, kann vorwiegend von Alleinstehenden oder Ehepaaren aus der Gemeinde St. Peter genutzt werden.

Eberhard Krauß, der frühere Pfarrer der evangelisch-lutherischen St. Peter-Gemeinde, und Dr. Walter Stock, Verwaltungsdirektor a.D. und langjähriger Kirchenvorstand, waren die findigen Männer, die professionell und weit blickend ein tragfähiges Konzept für das 9-Millionen-Projekt entwickelten:
In nicht einmal ganz drei Monaten schufen sie die entsprechenden formalen, ideellen und finanziellen Voraussetzungen zur Gründung der „Stiftung St. Peter in Nürnberg“ und zum Bau der Wohnanlage. So sorgten sie dafür, dass Kirchengemeinde und Diakonieverein einige kleinere Grundstücke als Grundkapital in das Projekt einbrachten, die zur Errichtung der Anlage geschickt zusammengelegt wurden. Außerdem wurden die beiden Herren fündig auf der Suche nach Geldern für den sozialen Wohnungsbau.Durch günstige Kredite, Zuschüsse der Stadt und der „Glücksspirale“, sowie durch kluges Management bei Planung und Durch Führung des Projektes konnte schließlich mit knapp über 8 Mark pro Quadratmeter, ein für Nürnberg äußerst günstiger Mietpreis im sozialen Wohnungsbau erzielt werden. Die Bauleitung für das vierstöckige Gebäude übernahm das Evangelische Siedlungswerk ESW.

Von den Mieteinnahmen werden Rücklagen für den Bauunterhalt gebildet oder Projekte der Kirchengemeinde und des Diakonievereins gefördert. Die Satzung der Stiftung sieht außerdem vor, auch die Jugendarbeit oder den Unterhalt der Orgel zu unterstützen. Durch die Form der Stiftung wird das Objekt auf Dauer dem Zugriff Dritter entzogen. Geführt wird die Einrichtung von einem fünfköpfigen Stiftungsrat: Vorsitzende ist Pfarrerin Christine Rinka, 2. Vorsitzender ist Herr Heinz Musick.

Die Stiftung St. Peter in Nürnberg ist ein stolzes Beispiel für den kreativen Umgang mit zunächst voneinander getrennten und „versteckten“ Ressourcen. Durch mutige Findigkeit und unternehmerisches Denken und Handeln wurden hier brachliegende Kräfte geschickt gebündelt, so dass auf lange Sicht eine gut funktionierende gemeinnützige Organisation entstand.